Gemeinsam besser werden – Nachwuchs-Trainingslager in Osterburg

Vier Tage Tischtennis, neue Trainingspartner, jede Menge Bewegung und viel Spaß: Vom 23. bis 26. Oktober 2026 fand unser mittlerweile viertes Nachwuchs-Trainingslager an der Landessportschule Sachsen-Anhalt in Osterburg statt. Erstmals waren dabei auch die Sportfreunde des Halleschen TTV mit von der Partie. Eine Premiere, die sich in vielerlei Hinsicht gelohnt hat.

Neun Nachwuchsspieler unseres SV Eintracht Magdeburg-Diesdorf im Alter von 11 bis 16 Jahren, darunter zwei Mädchen, machten sich auf den Weg nach Osterburg. Gemeinsam mit neun Nachwuchsspielern aus Halle warteten vier intensive Tage auf die insgesamt 18 Teilnehmer.

Die Hallenser waren zwar durchweg etwas älter und spielstärker, doch gerade diese Mischung machte den besonderen Reiz des gemeinsamen Trainingslagers aus. Schnell zeigte sich, dass sich die unterschiedlichen Voraussetzungen gut miteinander vereinbaren ließen.

Für einige unserer Diesdorfer Nachwuchsspieler war es zudem das erste Trainingslager überhaupt. Entsprechend groß waren die Vorfreude und sicherlich auch die Neugier auf das, was sie erwarten würde.

Erst einmal schauen, was jeder kann

Die beiden Trainingseinheiten am Freitag dienten zunächst dem gegenseitigen Kennenlernen und einer sportlichen Bestandsaufnahme.

Im Mittelpunkt standen die Grundschlagarten, die Beinarbeit und die Ballkontrolle. Dabei ging es weniger um komplizierte Übungen als vielmehr um die konsequente Umsetzung wichtiger Grundlagen.

Schon beim Einspielen wurde beispielsweise darauf geachtet, den Ball nicht einfach direkt auf den Schläger des Trainingspartners zu spielen. Stattdessen sollte er bewusst etwas außerhalb der unmittelbaren Schlagposition platziert werden, damit sich der Partner zum Ball bewegen musste.

Gleichzeitig galt es, das Tempo richtig zu dosieren und möglichst präzise zu spielen. Das Ziel waren lange, kontrollierte Ballwechsel mit aktiver Beinarbeit. Denn im Wettkampf wartet der Ball schließlich auch nicht darauf, dass man bequem an der richtigen Stelle steht.

Anschließend durfte jeder Nachwuchsspieler auf einer Karte eine persönliche Stärke und eine Schwäche benennen, an der er während des Trainingslagers arbeiten wollte. Ergänzt wurden diese Einschätzungen durch Beobachtungen aus den ersten Trainingseinheiten.

Besonders erfreulich war dabei, wie treffend und selbstkritisch sich die Teilnehmer einschätzen konnten. Und manchmal brachten sie ihre Wünsche mit wenigen Worten wunderbar auf den Punkt. So notierte ein Spieler als persönliches Trainingsziel: „Meine Rückhand wieder finden.“

Ein Wunsch, den vermutlich so mancher Tischtennisspieler nachvollziehen kann.

Von der Technik zur richtigen Entscheidung

In den folgenden Trainingseinheiten wurden verschiedene technische Schwerpunkte aufgegriffen. Einer davon war tatsächlich die Rückhand – sowohl bei der Spieleröffnung als auch beim anschließenden offensiven Nachspielen.

Dabei wurde unter anderem an der gezielten Platzierung gearbeitet. Der Wechsel zwischen diagonalen und parallelen Rückhandschlägen verlangte Konzentration, Ballgefühl und eine saubere technische Ausführung.

Auch die Beinarbeit kam nicht zu kurz. Bei einer Übungsreihe mussten die Spieler zunächst zweimal mit der Vorhand aus der Tischmitte spielen. Der dritte Ball wurde anschließend entweder auf die Rückhand- oder die Vorhandseite platziert.

Während die Ballfolge anfangs noch feststand, wurde die Übung später zunehmend unregelmäßig gestaltet. Nun mussten die Spieler frühzeitig erkennen, wohin der nächste Ball kommen würde, sich entsprechend bewegen und den passenden Schlag ausführen.

Aus einer zunächst einfachen Übung wurde so eine anspruchsvolle Aufgabe, bei der neben der Technik auch Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit gefragt waren.

Aufschlagtraining mit Videoanalyse und Spinsight

Ein besonderer Schwerpunkt am Samstag war das Thema Aufschlag und Rückschlag.

Nach dem Mittagessen ging es dafür zunächst planmäßig in den Seminarraum. Anhand verschiedener Lehrvideos beschäftigten sich die Teilnehmer mit der Technik und den Möglichkeiten unterschiedlicher Aufschläge.

Auch das Thema Rückschlag wurde aufgegriffen. Ein entsprechendes Video gab es als kleine Hausaufgabe – schließlich kann man YouTube durchaus auch einmal sinnvoll für das Tischtennistraining nutzen!

Die älteren Hallenser erhielten zusätzlich die Aufgabe, das Thema Rückschlag später in der Sporthalle selbst zu erklären und praktisch vorzuführen. Eine schöne Möglichkeit, ihre Erfahrungen einzubringen und das gemeinsame Lernen über Vereinsgrenzen hinweg zu fördern.

Ein echtes Highlight war anschließend die Station mit dem Spinsight-System. Hier konnten die Nachwuchsspieler überprüfen, welche Rotation sie mit ihren Aufschlägen tatsächlich erzeugten und wie hoch die gemessenen Spinwerte ausfielen. Natürlich wollte jeder wissen, wie gut sein eigener Aufschlag war.

Für das Trainerteam gab es dabei eine erfreuliche Überraschung: Alle Teilnehmer waren in der Lage, die jeweils geforderte Rotation zu erzeugen. Auch die gemessenen Spinwerte konnten sich durchweg sehen lassen.

Die Verbindung aus theoretischem Wissen, praktischem Ausprobieren und unmittelbarer Rückmeldung sorgte für großes Interesse und viel Motivation.

Schnelle Beine und ein echter „Schleifer“

Dass Tischtennis nicht nur aus Schläger und Ball besteht, wurde spätestens bei den Erwärmungen deutlich.

Dafür war unser 21-jähriger Simon Frank verantwortlich, der als Stammspieler unserer 1. Herrenmannschaft über reichlich Wettkampferfahrung verfügt.

Koordinationsleitern gehörten bei seinen Einheiten praktisch zur Grundausstattung. Mit abwechslungsreichen Übungen zu Schnelligkeit, Koordination und Beinarbeit brachte er die Teilnehmer ordentlich in Bewegung. Dass Simon bei seinen Erwärmungen niemanden schonte, brachte ihm schnell den Spitznamen „Schleifer“ ein.

Für Simon war dieses Trainingslager auch persönlich etwas Besonderes. Er hatte früher selbst als Nachwuchsspieler an einem unserer Trainingslager teilgenommen und übernahm nun erstmals die Rolle als Trainer.

Mit seinen Erfahrungen bei Deutschen U19-Meisterschaften und dem späteren Aufstieg mit unserer 1. Herrenmannschaft in die Oberliga ist er zugleich ein schönes Beispiel dafür, welchen sportlichen Weg unsere Nachwuchsspieler einschlagen können.

Unterstützung erhielt unser Trainerteam außerdem von Olaf Köhler und Richard Ertmer.

Olaf, mit seinen 64 Jahren unser „Mr. Tischtennis“, war erstmals bei einem solchen Trainingslager dabei. Auch er bringt Erfahrungen von Deutschen Meisterschaften mit – allerdings aus dem Seniorenbereich.

Mit Richard stand zudem ein weiterer ehemaliger Trainingslagerteilnehmer als Sparringspartner und Co-Trainer zur Verfügung. Nach seinem Abitur hat er wieder mehr Freude am Tischtennis gefunden und kann sich inzwischen sogar vorstellen, selbst einmal eine Trainerausbildung zu absolvieren.

Drei unterschiedliche Persönlichkeiten, die auf ihre Weise zeigen, dass Tischtennis Menschen über Generationen hinweg verbindet.

Tischtennis verbindet – auch abseits der Sporthalle

Natürlich bestand das Trainingslager nicht ausschließlich aus schweißtreibenden Trainingseinheiten.

Am Samstagabend trafen sich alle Teilnehmer und Betreuer zum gemeinsamen Stockbrotessen an der Feuerschale. Nach einem langen Trainingstag war das eine willkommene Gelegenheit, in gemütlicher Runde miteinander ins Gespräch zu kommen.

Am Sonntagabend stand dann ein gemeinsamer Bowlingabend auf dem Programm. Auch hier wurden vereinsübergreifende Teams gebildet. Statt Vorhand, Rückhand und Topspin waren nun Zielgenauigkeit und Geschicklichkeit auf der Bowlingbahn gefragt. Der Spaß kam dabei selbstverständlich nicht zu kurz.

Gerade für unsere jüngeren Teilnehmer, die erstmals mehrere Tage gemeinsam mit anderen Nachwuchsspielern unterwegs waren, gehörten diese Erlebnisse ebenso zum Trainingslager wie die sportlichen Herausforderungen.

Denn neben der Verbesserung der eigenen Fähigkeiten geht es bei einem solchen Trainingslager auch darum, neue Freundschaften zu schließen, Selbstständigkeit zu entwickeln und gemeinsam etwas zu erleben.

Ein spannender Abschlusswettkampf

In der letzten tischtennisspezifischen Trainingseinheit stand noch einmal der Wettkampf im Mittelpunkt.

Dafür wurden zwei vereinsübergreifende Mannschaften zusammengestellt, deren Spieler entsprechend ihrer Spielstärke gegeneinander antraten. An allen Tischen entwickelten sich spannende Ballwechsel. Am Ende konnte sich Team Simon gegen Team Eric durchsetzen.

Insgesamt absolvierten die Nachwuchsspieler während der vier Tage sieben Trainingseinheiten und zwei Seminare.

Natürlich konnten in dieser Zeit nicht sämtliche individuellen Trainingswünsche umgesetzt werden. Die Rückmeldungen vom Freitag halfen jedoch dabei, zusätzliche Schwerpunkte zu setzen und den Spielern Anregungen für ihr weiteres Vereinstraining mitzugeben.

Besonders erfreulich war die hohe Trainingsbereitschaft aller Teilnehmer. Trotz der unterschiedlichen Alters- und Leistungsniveaus wurde konzentriert gearbeitet, gegenseitig Rücksicht genommen und gemeinsam viel gelacht.

Eine gelungene Premiere mit Wiederholungspotenzial

Nach vier intensiven Tagen fiel das Fazit ausgesprochen positiv aus.

Die erstmalige Zusammenarbeit mit dem Halleschen TTV hat gezeigt, wie bereichernd gemeinsames Training über Vereinsgrenzen hinweg sein kann.

Unsere jüngeren Nachwuchsspieler konnten sich mit älteren und spielstärkeren Trainingspartnern messen, neue Erfahrungen sammeln und zahlreiche Anregungen für das weitere Training mit nach Hause nehmen.

Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Trainerkollegen Hendrik Schulz, Lars Dittrich und Heiko Schürer vom Halleschen TTV sowie allen beteiligten Trainern und Betreuern unseres Vereins.

Ebenso bedanken wir uns bei der Landessportschule Sachsen-Anhalt für die guten Trainingsbedingungen und die Betreuung während unseres Aufenthalts.

Vor allem aber gilt unser Dank den 18 Nachwuchsspielern für ihre Motivation, ihre Offenheit gegenüber neuen Herausforderungen und das tolle Miteinander.

Vier Tage Osterburg haben einmal mehr gezeigt: Ein gutes Trainingslager vermittelt nicht nur technische Fähigkeiten. Es schafft gemeinsame Erlebnisse, stärkt den Zusammenhalt und macht Lust auf noch mehr Tischtennis.

Und eines steht bereits fest: Die Vorfreude auf ein Wiedersehen in Osterburg 2027 ist schon jetzt groß!

Gefördert durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt

Das gemeinsame Nachwuchs-Trainingslager 2026 wurde durch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) finanziell gefördert.

Wir bedanken uns herzlich für diese Unterstützung, die einen wichtigen Beitrag zur Durchführung unseres Trainingslagers und zur Förderung unserer Nachwuchsarbeit geleistet hat.

von Ingo John