Serve Your Dream – ITTF World Masters Championships Gangneung 2026

Serve Your Dream – ITTF World Masters Championships Gangneung 2026

Vom 05.06. bis 12.06.2026 fand unter dem Motto – Serve your Dream – die Tischtennis-Weltmeisterschaft der Senioren in Südkorea statt.

Der offizielle Name lautet: ITTF World Masters Championships Gangneung 2026

Es trafen sich über 2400 begeisterte TT-Senioren aus 85 Ländern in Südkorea, um ihre Weltmeister zu ermitteln. Hier wurden bereits 2018 die Olympischen Winterspiele ausgetragen.

Auch Ingo (AK 45) und Jens (AK 50) aus der TT-Hauptstadt Diesdorf waren mit dabei. Nach der Akkreditierung ging es sofort zur Eröffnungsveranstaltung. Diese war, im Gegensatz zur letzten WM in Rom, sensationell. Alle Verantwortlichen hielten ihre Reden kurz und ein Showprogramm begleitete die Veranstaltung. Petra Sörling, die ITTF-Präsidentin aus Schweden, eröffnete die Spiele.

Das deutsche Team war mit 230 Teilnehmern das Größte. Da wieder jede Nation einzeln vorgestellt wurde, gab es bei – GERMANY – den lautesten und längsten Jubel. Sogar ein eigenes Lied „Serve your Dream“ wurde geschrieben und vorgetragen. Als dann noch ein Kinderchor in den Gesang einstieg, war die Gänsehaut und das WM-Gefühl bei allen perfekt. Wir fanden, es war eine sehr gelungene Eröffnungsfeier.

Am nächsten Tag begannen die Wettbewerbe im Einzel. Ingo konnte gleich im ersten Spiel gegen einen US-Amerikaner den ersten Satz gewinnen. Leider war das auch der einzige in der Gruppenphase. Gegen den Tschechen und den Inder setzte es ein 0:3. Damit spielte er in der Trostrunde weiter. Jens machte es besser. Er gewann im ersten Spiel die ersten beiden Sätze. Jedoch wurde der Südkoreaner Lee besser und es ging in den 5. Satz. Hier hatte Jens das glücklichere Ende für sich und gewann diesen mit 11:9. Ein Traumstart ins Turnier. Aber auch hier gingen die beiden weiteren Spiele mit je 3:0 an Polen und Frankreich. Also ebenso die Trostrunde für Jens. Damit ging, nach einem langen Tag in der Halle, unser Turnierstart mehr oder weniger glücklich zu Ende. Wir fuhren ins Hotel mit vollelektronischem Klo und versuchten etwas zu essen zu bekommen. Dazu komme ich aber später.

Am nächsten Tag wurden die Mix- und Doppel-Partien gespielt. Ingo hatte mit Oksana Routsalainen aus Finnland ein Traumlos als Mixpartnerin gezogen. Die beiden harmonierten sehr gut und konnten in der Gruppenphase ein Spiel gegen Australien gewinnen. Die anderen beiden gingen deutlich 0:3 verloren. Wobei es hier noch eine kleine Episode zu berichten gibt: Im zweiten Gruppenspiel trafen sie nämlich auf Petra Sörling (ITTF-Präsidentin) und Murat Eris aus der Türkei. Petra sprach nach dem Spiel von einer Murat-Show. Er machte einfach keine Fehler und machte jeden Punkt in atemberaubender Geschwindigkeit. Kurz… Ingo stand noch in der Grundstellung, da war Murat bereits geduscht und umgezogen.  Es hat dennoch Spaß gemacht.

Im Doppel lief es ähnlich. Mit seinem Partner Jan Schmauder aus Deutschland konnte ein 3:0-Sieg gegen Indien / Australien verbucht werden. Gegen das USA-Doppel und die finnisch-deutsche Paarung gab es nichts zu gewinnen. Im Doppel ging es auch in die Trostrunde.

Bei Jens lief es im Mix zuerst gar nicht. Seine Mix-Partnerin Hana Yuliani aus Indonesien ist nicht erschienen. Was für ein Pech. Da der Schiedsrichter aber etwas deutsch sprach, konnte er ihm die mongolische Spielerin Sukhee Borkhuu vermitteln. Ihr Mix-Partner ist auch nicht erschienen. Was für ein Glück. Und so ging es auch gleich gut weiter. Mit einem 3:0-Sieg über England gab es auch im Mix einen Traumstart. Im zweiten Spiel gegen Indien konnte ein 0:2-Rückstand aufgeholt werden und es ging in den fünften Satz. Hier verließ uns das Glück und wir verloren 11:13. Das war echt schade. Im dritten Spiel warteten bereits die nächsten Inder. Diese waren einfach besser. Wir spielen somit ebenso die Trostrunde.

Im Doppel spielte Jens mit Jerome Zentner aus Hamburg. Was soll ich sagen…. Traumstart. Erstes Spiel, erster Sieg mit 3:0 gegen die Mongolei. Auch hier war bei den beiden weiteren Spielen gegen Polen und Südkorea nichts zu gewinnen. Also auch hier: Trostrunde im Doppel.

Nun aber zurück zu unseren Verpflegungsversuchen in der Nähe des Hotels. Da die Restaurants bereits um 21:00 Uhr geschlossen hatten, blieb uns nur noch der Korea-Späti. Unser koreanischer Wortschatz hat sich mittlerweile bei genau null Worten eingepegelt. Im Späti konnte niemand englisch, nur koreanisch. Ich glaube, es gab zwei sehr traurige Gesichter im Shop. Was nun? Fragten wir uns. An den Verpackungen konnte man den Inhalt nur erahnen. Das war aber sehr riskant, da auch viel Hundefutter verkauft wurde. Die wurden hier im Kinderwagen spazieren gefahren. Das ist kein Witz. Im Hotel gab es sogar ein Hunde Areal. Also entschieden wir, kein Risiko einzugehen und kauften eine Tüte Nüsse, da diese Verpackung durchsichtig war. Dazu gab es einen Obstbecher – klein -. Was für ein Festmahl. Für uns stand fest, das darf nicht noch einmal passieren.

Ich glaube, ich muss nicht extra erwähnen, dass der nächste Tag im gleichen Dilemma endete. Nun waren wir aber schlauer. Wir hatten im Hotel einen Wasserkocher gefunden. Wir wagten uns also an die koreanische Instant-Nudelsuppe aus dem bekannten Späti heran. Als wir noch Besteck verlangten, gab der Typ uns ernsthaft Stäbchen. Etwas anderes gibt es hier nicht, gab er uns zu verstehen. Und da waren sie schon wieder, die traurigen Gesichter. Na Super, am ersten Tag Nüsse und am zweiten Tag Nudelsuppe mit Stäbchen. Wir hatten aber solchen Hunger, das wir jetzt selbst Nudelsuppe mit Stäbchen essen können. Es geht.

Tipp… vollelektronisches Klo mit Sitzheizung bei Erstbesuch:

1. Bitte genau die Anleitung lesen.

2. Die Automatik- oder Cleaning- Taste ist nicht für das Klo gedacht, sondern für den Besucher dieser Örtlichkeit. Solltest du sie doch drücken…

3. Ruhe bewahren.

4. Das automatische Bidet fährt aus und verrichtet seinen Dienst.

5. Bitte nicht erschrecken.

6. Warten.

7. Die Krönung: Dir wird der A……. geföhnt.

8. Selfie von deinem Gesicht machen.

Der dritte Tag war spielfrei. Diesen verbrachten wir am Strand und im Pool – mit Palme – in der 16. Etage. Danach waren wir noch in der Korea-Sauna. War wie Späti, kann ich hier leider nicht berichten. Ansonsten gab es Frühstück, Torte und Abendessen. Ein Traum.

Am vierten Tag wurde wieder Einzel gespielt. Ingo bekam es mit einem asiatischen Kanadier zu tun. Heute lief leider nichts zusammen und das Spiel endete 0:3. Für Jens stand ein vermutlich russischer Amerikaner bereit. 16:14, 13:11, 9:11 und 13:11. Die USA wurde besiegt. Was für ein Start in den Tag. Danach kam ein waschechter sehr freundlicher Japaner. Hideaki Oi ist sein Name. Beim Einspielen war noch alles gut. Auch der erste Satz war knapp. Der ging leider durch drei Fehlaufschläge mit 11:13 verloren. Dann drehte er etwas auf und das Spiel war mit 0:3 weg. Schade. Nun waren wir nur noch im Mix und Doppel im Rennen. Ingo und Jan gewannen ihr erstes Doppel in der Trostrunde gegen eine russisch-ungarische Paarung mit 3:1. Eine Runde weiter. Supi. Dann kamen zwei Inder. -4,-1 und -8 gegen uns. Damit war auch im Doppel Schluss. Noch besser lief es im Mix für Ingo und Oksana. Erstes Spiel 3:2 gegen Dänemark gewonnen. Das war eine sehr starke Leistung von Beiden. Im zweiten Spiel, dem Achtelfinale, konnten zwei Inder mit 3:1 besiegt werden. Damit war das Viertelfinale der Trostrunde gebucht. Und wer wartete hier? Eine Paarung aus Deutschland. Christian Ross aus Sachsen-Anhalt mit seiner Partnerin Jennifer Kaufmann. Hier war dann leider mit 0:3 Endstation.

Aber ein Viertelfinale bei einer WM zu erreichen ist aller Ehren wert. Sehr gut Ingo!!!

Auch Jens konnte mit Jerome das erste Spiel mit 3:0 gewinnen. Die Gegner kamen aus Rumänien und Indien. Im zweiten Spiel ging es gegen Brasilien. Beide Spieler hatten jedoch einen asiatischen Hintergrund. Der erste Satz ging mit 11:9 an uns und das wars dann aber auch. Raus im Achtelfinale. OK. Im Mix mit Sukhee war gegen die beiden Koreaner Kim und Kim gar nichts zu machen. Das war die deutlichste Niederlage. -8,-3,-3.

Damit waren für uns alle Spiele gespielt. Wir schauten uns noch einige Spiele an und drückten den deutschen Teilnehmern die Daumen. Am Finaltag schauten wir noch einmal in der Halle vorbei. Hier ging im Mix (80) sogar eine Goldmedaille im Hauptfeld nach Sachsen-Anhalt. Karin Gebauer wurde mit Ihrem Partner aus Frankreich Weltmeister. Da freuten wir uns natürlich mit. Jens durfte sogar die Goldmedaille anfassen. Den Rest des Tages erkundeten wir noch Gangneung. Dann hieß es Koffer packen und die WM war beendet.

Wir haben so viele neue und sehr nette Menschen kennengelernt wie noch nie. Auch haben wir viele Bekannte wiedergetroffen. Die sprachlichen Barrieren waren oft kein Hindernis, man verstand sich trotzdem, wenn man es wollte. Das nächste Trainingslager findet übrigens bei Edwin Humphreys in Trinidad Tobago statt. Wer möchte, Ingo hat die Karte.

Zusammenfassend haben Ingo und Jens eine erlebnisreiche WM genießen dürfen. Wir möchten diese Zeit, die neuen Erfahrungen und auch unsere neuen Freunde nicht missen. Das nächste große Ereignis ist die EM 2027 in Riga und die WM 2028 in Istanbul.

Liebe Grüße an alle!

von Jens Hildebrandt (der neue Diesdorfer WM-Rekord-Teilnehmer)

TT-Finals 2026 in Erfurt mit Diesdorfer Beteiligung

Die diesjährigen TT-Finals fanden vom 4. bis 7. Juni in Erfurt statt und auch dieses Jahr waren wieder Diesdorfer mit von der Partie. Olaf Köhler hat sich durch seine hervorragenden Leistungen bei den mitteldeutschen Meisterschaften qualifiziert und startete bei den Senioren 60, Anett Seibt konnte durch ihre starken Leistungen im Damenbereich bei der Leistungsklasse Damen C antreten und Tim Brechmann war als Coach und Betreuer mit dabei.

Wie im letzten Jahr startete Olaf mit starker Form ins Turnier. Im ersten Einzel der Gruppenphase ließ er seinem Gegner keine Chance und gewann mit 3:0. Das nächste Spiel bestritt er gegen den Vorjahressieger, den er letztes Jahr zwar bezwang, jedoch musste er sich dieses Mal mit 1:3 leider geschlagen geben. Im letzten Spiel war dann leider der Akku leer, Olaf nannte es unterhopft, und er kam mit einem 0:3 leider wieder nicht aus der Gruppenphase raus. Nächstes Jahr klappt’s bestimmt!

Im Mixed lief es da schon besser. Das erste KO-Spiel konnte er mit seiner Partnerin Elke Weigelt gegen ein starkes Doppel mit 3:2 gewinnen und im Achtelfinale gewannen sie sogar mit 3:0. Im Spiel um eine Medaille fanden die beiden dann irgendwie nicht mehr so richtig zusammen und sie verloren mit 0:3.

Auch der letzte Wettkampf, das Herren-Doppel, lief nicht wie geplant. Im ersten Spiel setzte es direkt eine 0:3-Niederlage für Olaf und seinen Partner Matthias Weiß.

Insgesamt trotzdem ein starker Auftritt des Diesdorfers, der mit seiner Spielweise immer wieder für Begeisterung gesorgt hat.

Und nun zu Anett, die das erste Mal bei den Deutschen Meisterschaften der Leistungsklassen bei den Damen C (bis 1300 TTR) antrat. Ein bisschen merkte man die Aufregung im ersten Spiel, das die leider knapp mit 2:3 verlor. Im nächsten Spiel lief es dann aber besser und sie konnte ihren ersten Sieg feiern. Im letzten Spiel unterlag sie dann leider mit 0:3 und blieb wie Olaf mit 1:2 in der Gruppe stecken.

Im Mixed mit Norbert Belitz aus Güsen konnten die beiden leider nicht ihr bestes Tischtennis zeigen und verloren mit 1:3.

Dafür lief es im Damen-Doppel deutlich besser. Mit ihrer Partnerin Maren Kohlmorgen gewann sie das erste Spiel mit 3:2. Und auch das Viertelfinale konnten sie in einem starken Match mit 3:2 für sich entscheiden und sicherten sich so eine Medaille! Im Halbfinale entwickelte sich dann ein spannendes Spiel mit vielen Wendungen, den Finaleinzug verpassten sie dann leider denkbar knapp mit 2:3. Glückwunsch zu Bronze!

Anschließend konnten sich die 3 noch ein paar hochklassige Spiele bei den Profis anschauen (Anett Kaufmann und Dang Qiu sind Deutsche Meister) und machten sich dann auf die Heimreise.

von Tim Brechmann