Saisonrückblick 2017/18 der zweiten Mannschaft

Ein Drama in fünf Akten, Diesdorf II steigt nach drei Jahren wieder aus der Landesliga ab

 

Prolog: Dunkle Wolken am Horizont – die Saisonvorbereitung

Die O-Töne im Vorfeld der Saison 2017/2018 klangen altbekannt: Ziel war der Nichtabstieg und selbst das war schon schwer genug. Bisher hatte es Diesdorf II zwar immer geschafft das Saisonziel zu bestätigen und über sich hinaus zu wachsen, aber diese Saison stand mit diversen Baustellen unter einem besonders ungünstigen Stern.

  1. Baustelle: Kaderumbau

Seit jeher zeichnete sich die 2. Mannschaft durch eine spielerische Ausgeglichenheit aller Spieler aus und auch diese Saison unterschieden sich Nr. 1 bis 7 nur bilanziell in der Spielstärke. Doch die Abgänge von Olaf (der zur Freude unsere erste Mannschaft verstärkte) und Dominik (der zu unserer Unfreude die Konkurrenz aus Ottersleben verstärkte), den beiden absoluten Punktegaranten der letzten Saison, schmerzten. Verstärkt wurde die Mannschaft durch die Rückkehr von Matze, sowie Ronny und Robert, alles menschliche Granaten aber mit der riesigen Hypothek ausgestattet Punkte zu holen.

  1. Die Legionäre

Ligaspitze konnte man sich in der Kategorie „Anreiseweg“ definitiv schon vor der Saison sichern. Rein rechnerisch spulten Henning (Hamburg), Robert (Berlin) und Hannes (Frankfurt am Main) 867 Kilometer ab, ehe sie überhaupt die Füße auf heimischen Boden setzen konnten. Dass sich dies auf die Leistung niederschlagen würde, war klar.

  1. Familienglück

Matze durfte man im Laufe der Saison zur Vaterschaft gratulieren und Philipp war bereits in den letzten Jahren mit seinem Nachwuchs gut eingespannt. Dass die beiden auch wie die Legionäre kaum Zeit haben würden, ausreichend zu trainieren und zu jedem Spiel auf einem Leistungshoch zu sein, war mehr als fraglich.

 

1. Akt: Eine Portion Hoffnung als Vorspeise

Nach dem obligatorischen Freundschaftsspiel gegen die erste Mannschaft (7:9) konnte man die ersten Saisonspiele sogar als geglückt bezeichnen. Vor allem ein hart erkämpftes Unentschieden bei Medizin nach 3:7 Rückstand schien wieder zu bestätigen, dass man von Diesdorf II mehr erwarten kann als zugetraut. Auch mit dem wichtigen Spiel gegen den Abstiegskonkurrenten Haldensleben II (9:6) lief alles in dieser frühen Phase der Saison völlig nach Plan. Danach folgten zwei einkalkulierte Niederlagen gegen Gröningen und Altenweddingen (4:11 und 2:13), jedoch zeichnete die Höhe der Niederlagen den Beginn einer Formkrise.

2. Akt: Es geht bergab

Im Anschluss an das Spiel gegen Altenweddingen stand ebenfalls wieder eines der wichtigen Spiele gegen die Konkurrenz aus Ottersleben auf dem Plan. Hier passierte etwas, was für Diesdorf II ausgesprochen ungewohnt war. Man verlor ein Spiel gegen einen Tabellennachbarn und mit 4:11 ungewohnt deutlich. Die kleinen Schönheitsfehler der angefangenen Saison zeichneten ein immer schlechter werdendes Bild. Auch die letzten Spiele der Saison gab es nur Prügel. Gegen Beendorf und Haldensleben I waren diese voll im realistischen Soll (5:10 und 1:14) aber gegen Mieste wurde wiederrum ein immens wichtiges Spiel vor die Wand gefahren (5:10). Zum Ende der Halbserie stand man also mit mickrigen 3 Punkten, einem miserablen Spielverhältnis und einer veritablen Formkrise auf einem Abstiegsplatz.

3. Akt: Auch in 2018 läuft nichts für Diesdorf II

Da die Winterpausen im Tischtennis kurz bzw. gar nicht vorhanden sind, fehlte der Mannschaft auch die wichtige Zeit sich zu sammeln. Auf personelle Verstärkung brauchte man nicht hoffen, einzig die Rückkehr von Hannes nach Magdeburg war eine erfreuliche Nachricht. Tendenziell verstärkte sich sowohl Haldensleben II (durch interne Umstrukturierung) und Mieste (durch Zugang an der Pos. 1) was die Konkurrenzsituation im Abstiegskampf nur noch weiter zu Ungunsten von Diesdorf II verschob. Zu allem Ungunsten setzte die Mannschaft dort an, wo sie 2017 aufgehört hatten. Nach dem Spiel gegen Diesdorf I (2:13) stand gleich das wohl wichtigste Spiel in Haldensleben an. Dort kam man mit viel Kampf aber nicht über ein 7:9 hinaus und festigte somit den letzten Tabellenplatz. Gegen die verstärkte Mannschaft aus Mieste gab es in Folge ebenfalls eine 3:12 Klatschte.

4. Akt: Unerwartete Tabellenneuordnung

Auch wenn die Erfolgserlebnisse ausblieben, wollte man sich als Mannschaft nicht aufgeben. Unerwartete Schützenhilfe bekam man von Beendorf II, die Ihre Mannschaft zurückzogen. Damit blieb nur ein Abstiegsplatz übrig, den man aber mittlerweile schon unerfreulich fest in den eigenen Händen hielt. In den folgenden Spielen konnte man nur gegen Ottersleben, Medizin und Haldensleben Gegenwehr erzeugen (5:10 und 6:9 und 6:9), aber Punkte gab es keine mehr. Die bittere Realität war somit der letzte Tabellenplatz und Abstieg.

5. Akt: Kein Happy-End

Drei wunderbare Jahre Landesliga gehen somit vorbei, ein ständiger Tanz um die Abstiegszone herum und zwei wunderbare Jahre in denen alles besser lief als man zu hoffen gewagt hatte. Doch diese Saison war eine Saison der Realität und als realistisch gesehen schwächste Mannschaft der Liga war man einfach dran. Doch die alten Qualitäten bleiben und ich bin sicher alle Beteiligten werden daran arbeiten, dass die Landesligaspielzeit nicht ein Ausflug für eine Bezirksligamannschaft bleibt, sondern die kommende Bezirksligasaison nur eine Etappe für eine Landesligamannschaft sein wird.

 

von Hannes Rapp

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